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Das Schlesische Waldhufendorf Niederschwedeldorf liegt sechs Kilometer südwestlich der Stadt Glatz im schönen Weistritztal. Es hat eine Länge von fünf Kilometern, eine Höhenlage von 305-390 m ü. NN und eine Größe von ca. 1000 ha. Davon waren im Jahr 1945 allein 79 % Ackerland. Der landwirtschaftliche Schwerpunkt lag zuletzt im  Anbau von Zuckerrüben. Allein 325  ha gehörten zum Gut der Freiherren von Münchhausen. Das Dorf hatte laut einer Zählung von 1939 747 Einwohner.



Erwähnt wird (Nieder- und Ober-) Schwedeldorf erstmals in einer Urkunde des Bischofs Johannes III. von Prag am 25. November 1269. Es ist somit das erste urkundlich im Kreis Glatz erwähnte deutsche Dorf. Die Besiedelung des wunderschönen Glatzer Landes durch deutsche Einwanderer setzte ab Mitte des 13. Jahrhunderts ein. Zu dieser Zeit regierte König Ottokar II. von Böhmen und Mähren, dem die Grafschaft Glatz unterstand. Namhafte Historiker nehmen an, dass Schwedeldorf von einem Lokator namens Schwedler angelegt wurde, der deutsche Siedler aus Franken, Thüringen, Hessen und der Markgrafschaft Meißen holte. Bis zum 7. Februar 1350 befand sich der Ort im Besitz von N. von Glubocz. Danach gelangte er für nur 9 Monate an Arnestus von Pardubitz. Es folgten die Augustiner bis 1597. Danach übernahmen die Jesuiten Niederschwedeldorf  bis zur Aufhebung des Ordens im Jahre 1776. Der Ort fiel an den Preußischen Staat und gelangte 1788 in den Besitz des Graf von Reden, Bergwerksminister unter Friedrich dem Großen. Durch Erbfall kamen die Ländereien 1815 dann an die Familie von Münchhausen.



Die Pfarrkirche ist den hl. Aposteln Simon und Judas Thaddäus geweiht. Die Kirche wurde 1489/91 erneuert und in der heutigen Größe in Stein errichtet. Umgeben war sie von einer Wehrmauer. Niederschwedeldorf ist immer katholisch gewesen. Nur im Jahre 1620 wurde der Gemeinde für zwei Wochen ein calvinistischer Prediger vorgesetzt. Der letzte Pfarrer des Dorfes war seit 1908 bis zur Vertreibung 1945 der Dechant Alfred Rosenberg.




Im Oberdorf wurde 1523 die St.-Anna-Kirche mit der Magdalenenkapelle gebaut. In ihr befand sich bis vor einigen Jahren ein sehr wertvolles, hölzernes Sippenbild der Hl. Familie, welches über 450 Jahre alt ist. Heute errinnert eine photographische Abbildung, gespendet von Ursula und Georg P. F. Rollfing, an dieses Kunstwerk (siehe auch " Berichte und Bilder").


Hatte Niederschwedeldorf in den früheren Jahrhunderten bald unter den Einfällen der Polen, bald unter den Böhmen zu leiden, so wurde es 1428 und 1441 von den Hussiten niedergebrannt. 1452 wurde es wieder aufgebaut, aber 1469 von den Schlesiern wieder vernichtet. Nur ein Bauernhof und die Mühle (bei der späteren Zuckerfabrik) blieben stehen. Kriegswirren und Hungersnot brachten Cholera, Pest und Pocken und rafften in den Jahren 1465, 1468, 1483, 1521, 1633 und zuletzt 1832 viele Menschen, teils ganze Familien, dahin.

Die umfangreiche Geschichte dieses Ortes und dessen Bewohner ist im Heimatbuch der Gemeinde Niederschwedeldorf nachzulesen (siehe Literatur).






 
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