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Advent

Die Adventzeit beginnt mit der Andreasnacht. Das ist die Nacht zum 30. November (Andreastag), dem Todestag des Hl. Andreas. Nach altem Volksglauben ist diese Nacht (sogenannte Losnacht, wie auch Weihnachten, Silvester oder Hl. Thomas am 21.12.) besonders dazu geeignet, den gewünschten künftigen Ehepartner an sich zu binden oder erstmal herauszufinden, wer es denn sein wird. Dies begründet sich darin, dass der Hl. Andreas nicht nur Schutzheiliger der Fischer, sondern auch der Liebenden und des Ehestandes ist. Die Bräuche hierzu variieren: man schaut ins Feuer und sagt ein Sprüchlein oder Gebet auf (Andreasgebet), und im Feuer oder Spiegel soll dann der Zukünftige erscheinen. Oder man aß eine Semmel in drei Bissen und wer einem dann als erster begegnet sollte es sein.               
Ein anderer Brauch ist das Latschenwerfen, bei dem ein unverheiratetes Mädchen oder Bursche sich auf den Fußboden setzte und am bloßen Fuß einen Pantoffel trug. Man schleuderte ihn mit dem Fuß in die Luft. Nach welcher Richtung, rechts oder links, Ost oder West, so wie er flog, aus der Richtung kam der Freier oder die Braut, so hieß es. Verbreitet war auch das “Horchen-Gehen“. Mädchen und Burschen gingen abends bei Nachbarn ans Fenster und horchten, ob gerade in dem Moment, wo sie am Fenster standen, drinnen in der Stube jemand “Ja“ oder “Nein“ sagte. Das sollte bedeuten, dass sie noch in demselben Jahr heiraten würden. Oft war es natürlich so, dass die Nachbarn dies bemerkten und absichtlich laut und vernehmlich “nai, nai“ sagten, um die draußen zu ärgern. Es gibt aber auch Bräuche, die in anderem Zusammenhang stehen. Das stille Sammeln von Kastanien-, Birken-, Weiden-, Flieder- und Obstbaumzweigen am Andreasabend (in anderen Gegenden an Barbara) gehört dazu. So schnitt man Kirschzweige, stellte sie in eine Vase mit Wasser möglichst in der Küche auf, der Wärme wegen, damit sie schneller zum Blühen kamen; denn an der Krippe zu Hause in der Familie sollten nach Möglichkeit blühende Kirschzweige stehen. Mit den Dezembertagen gerät man immer tiefer in den Advent und Winter hinein. Wie gut hat es die Kirche verstanden, diese heimliche, dunkle, manchmal auch bange und stürmische Zeit zu nutzen, um Herz und Gemüt zu packen und die Menschen auf das große Fest vorzubreiten durch die 4 Adventssonntage und die Roratemessen, die vor Tagesanbruch gefeiert wurden. Die Wachsstöcke brannten in den Kirchenbänken, und die Kirchenfenster leuchteten in die dunkle Landschaft hinaus. In der Grafschaft taten sich nun die Christkindspieler zusammen und übten ihre Rollen ein. Die Weihnachtskrippe wurde aus der Bodenkammer geholt, entstaubt und instand gesetzt. In den meisten Häusern war damals eine solche Krippe, eine “Gebort“, wie man in der Grafschaft sagte. In früheren Zeiten waren die Adventsspiele allgemein üblich. Ihr Inhalt bezog sich wohl meistens auf religiöses Gedankengut. Im Mittelpunkt stand oft die Verkündung Mariens oder ein ähnliches Thema, dass zum Advent passte. Lange bekannt waren das Neuroder Adventspiel und das Niederschwedeldorfer Adventspiel. Diese Spiele wurden nicht in Sälen, sondern in Kirchen und Schulhäusern, oft auch auf Straßen und Gassen der Städte und Dörfer aufgeführt. Das letztere wurde gern von armen Schulkindern getan, die dann ein Geschenk dafür bekamen.  




 
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