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Johannisfeuer

Der Johannistag am 24. Juni war der längste Tag im Jahr. Die Bräuche zu diesem Tag stammen aus der vorchristlichen Zeit. Die Feier galt der Sonne und ihrem Grundelement, dem Feuer, das reinigt, heiligt und befruchtet. Aus diesem Grunde wurden überall ein Johannisfeuer angezündet. Unbekannt ist, wie es genau zu dem Namen gekommen ist. Erklärt wird es damit, dass die Kirche dem heidnischen Tun durch das Gedenken an den hl. Johannes einen christlichen Sinn geben wollte. Walburga Olbricht, geb. Klesse, weiß zu berichten, dass schon einige Zeit vor dem Johannistag  auf dem Langer-Berg in Niederschwedeldorf große Haufen Reisig aufgeschichtet wurden. Das Gras war gemäht, getrocknet und das Heu eingefahren. In einem kleinen Wäldchen in der Nähe sammelten die Jugendlichen schon Monate vorher abgekehrte Rutenbesen. Diese wurden jetzt aus den Verstecken geholt, am Feuer angezündet und immer in die Runde geschwenkt. Manches Jahr, bei gutem Wetter, gab es auch eine Würstchen- und Bierbude, Eis und Bonbons. Mit viel Freude sprangen die jungen Männer über die letzten Flammen. Am nächsten Tag, beim Aufräumen, fanden die Helfer oftmals noch ein paar Mark- und Groschenstücke. In einem Jahr brannte der große Reisighaufen eine Nacht zu früh ab. Alle waren in heller Aufregung. Wurde das Feuer aus Versehen gezündet? Oder war es ein Jungenstreich? Die jungen Feuerwehrmänner hatten schnell mit Pferd und Wagen im ganzen Dorf Holz, Stroh und Reisig eingesammelt. Das Johannisfeuer war gerettet. Die älteren Schulkinder gingen mit ihrem Lehrer, dem Herrn Straube, den Schlossweg entlang bis zur stillgelegten Ziegelei zum Johannisfeuer. Die Blaskapelle vom Kriegerverein spielte manch schöne Melodie, und die Kinder sangen und tanzten um das Feuer herum. Der Langer-Berg war hoch und frei. So konnte man das Feuer weithin sehen. Für die Kinder war dies ein schönes Erlebnis im Jahr.




 
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